Dem Material Tonerde wohnt eine Verwandlungskraft inne, die die Künstlerin zur Gestaltung eines in der Erde schlummernden Formenschatzes inspirieren kann: eine Kostbarkeit, die ins offene der Welt gehoben werden möchte.
Hier liegen die Wurzeln des kreativen Potenzials, sowie die Impulse für meine künstlerischen Arbeit.
Diese begann mit der kultischen, in sich ruhenden Form der aufragenden Stele,die auf den Menschen hindeutet, der zwischen Himmel und Erde wohnt und zwischen beiden
Ursprungsmächten vermittelt. Als Zeugnis der Vermittlung wurden später auf den Stelen mittels Engobe chinesische und koreanische Schriftzeichen aufgebracht, die konfuzianischen Texten entnommen
sind. Die Piktogramme der Kalligraphie enthalten in ihren chiffrierten Bildwerten Hinweise auf den Ursprung nicht nur der östlichen, sondern der Kultur überhaupt. Ihr gestischer Ausdruck
symbolisiert nicht allein Menschenwürde, sondern verlangt auch nach ihr. (Zitat von Peter Hank, Galerie Fruchthalle Rastatt)
Der Werdegang meiner Arbeit führte sodann zu einer Differenzierung in der Aufgliederung und Auffächerung des Materials, aus der eine Serie von Plastiken mit dem Titel „ Inneres Universum“ hervorging. Hier schaut der Betrachter nicht nur an den Anfang des Lebens zurück, auf die s p h a i r a als den Signifikanten der kosmischen Totalität, sondern auf die offene Struktur seines eigenen Herkommens.
Dabei kann er entdecken, daß das Leben aus durchformter Leere besteht, in der der Klag der Stille wohnt.
Indem hier Elemente moderner Kunst des Westens die inhaltlichen Konzepte östlicher Philosophie berühren, werden Vorstellungen einer schöpferischen Leere ( S u n y a t a ) mit den Forderungen nach Freiheit und Menschenwürde verbunden. Der Klang der Stille, der im Ton als „inneres Universum“ schwingt, schafft hierbei die Präsenz einer Resonanz zwischen Orient und Okzident, sowie eine Atmosphäre, in der sich Kunst, Religion und Glauben in einer sinnreichen Weise verbinden.
M. Loeckle / Baden Baden
Klang und Form
1 Frühe Phase ( Nord Deutschland )
Arbeit war massiv, präsenz, eckig
eine geschlossene Form, die in ihrer Kompaktheit
eine stark anwesende Ruhe ausstrahlt
2. Phase des Wandels
Die Zeit des Dialogs (Die Briefwechsel 1997-2009) 13 Jähriger Kontakt mit
Michael Loeckle
und der Einfluss der Musik begann: Ein inneren Aufbruch. Die harte Materie
fing an, sich im Austausch mit dem Wort und Klang zu dehnen.
3. Ankunft Gegenwart
Die aktuelle Phase (Baden Baden)
Heute hat sich meine Formsprache vollkommen transformiert.
Die Skulpturen sind offen leicht und schwingend.
Die einstige Schwere ist nun eine fließende Bewegung. Die Form ist nun durchlässig für den Raum von der Dialog.
